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Das LVR-Team geht über eine  WieseDorfstraße: Die Straße grauer Sand, der Zaun grün, dahinter geduckt bunte Häuser.Marias Schwester erklärt, was der Ofen alles kann.Der Brunnen ist überdacht, an einer Winde ist der Eimer zum schöpfen angekettet.Vor einer Schuppentür lehnt ein Fahrrad, das schon lange seinen Dienst tut. Der Weg ist sehr steinig, der Zaun ist sehr windschief.Maria und ihre Schwester im Kopftuch auf dem Sofa in typischer Umgebung: hinter ihnen die Wand mit einem Blumenmuster geschmückt, darüber der Hausaltar. Neben einem waschbecken sieht man auch ein Regal  mit Geschirr, der Kaffeepackung und sonst noch allerlei.Am Küchentisch sieht man eine jüngere Verwandte bei den Essensvorbereitungen. Salzgurken sind zu sehen, zahlreiche Würste, Vorräte in Flaschen, Gläsern und Tüten.Ein großes Glas ist mit leicht milchiger Flüssigkeit gefüllt, am Boden liegen einige Zitronenscheiben.

Salissja

16.04.07 –  Salissja, Maria K.

Salissja steht auf keiner Landkarte, jedenfalls nicht auf denen, die uns zur Verfügung stehen. Irgendwann in einem großen Dorf halten wir mitten auf einer breiten Sandstraße an. Irina hat eine Kontakttelefonnummer. Mit Hilfe von Marias Nichte Nadya, die zu uns ins Auto steigt, finden wir den Weg. Unsere Ankunft ist ein Ereignis. Schwester und Schwager, Nichte und Neffe kommen uns entgegen, als der Vorbote unser Kommen gemeldet hat. Maria sitzt erwartungsvoll auf der Bank. Unser Fahrer Sascha wird zur wohlverdienten Ruhe und einem Zigarettchen auf das Bänkchen hinterm Haus neben den Schwager der Hausfrau platziert. Wir vier Frauen hingegen werden erst einmal durch Haus und Hof geführt. Neugierige Seitenblicke. Beim Gespräch über die gerade aufbrechende Baumblüte, die Hühner und die Zukunftsperspektiven der Menschen hier im Dorf kommen wir uns näher. Staunend versucht man zu verstehen, was uns aus dem fernen Deutschland hierher treibt. Bei der Besichtigung des Hauses übernehmen die Frauen das Regiment, die Männer bleiben lieber draußen sitzen. Maria lebt in einer einzigartigen Welt, wie in einem Bilderbuch. In den Ecken schweben magische, federleichte Traumgebilde: Mit den Geistern muss man sich gut stellen. Das Interview mit Maria dauert mehrere Stunden, sie hat sich lange auf uns vorbereitet. Schließlich wird die Tür zum Wohnzimmer einen Spalt breit aufgeschoben: »Habt ihr noch immer nicht genug geredet? Wann können wir denn endlich den Tisch decken und mit dem Feiern beginnen?« Maria ist ganz erschöpft von dem Erzählen und dem Nacherleben. Sie nimmt den Vorsitz am Tisch ein und rechts und links von ihr bekommen wir unsere Plätze zugewiesen. Sie überwacht scharfen Blickes, dass wir ordentlich zugreifen und alles probieren. So sind wir froh über den Wodka, der hilft, die ungewohnten Mengen im Magen und allen umliegenden Hohlräumen des Bauches zu verstauen. Jeder Schluck wird mit einem Trinkspruch und guten Wünschen begleitet. Als es Zeit wird, schlafen zu gehen, können wir uns kaum noch vom Tisch erheben.