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Feld am Dorfrand, im Hintergrund Holzfas-saden, im Vordergrund zieht ein Pferd ei-nen von Hand geführten Pflug.Zwei Störche hocken in ihrem Nest.Blick auf eine Dorfstraße.Am Gartenzaun stehen Eimer gefüllt mit Kartoffeln, bereit für die Frühjahrsaussaat.Zu sehen ist der Weg zum Haus, auf einem Holzpfosten stakt ein umgedrehter Tontopf.Hinter dem Küchentisch mit Gläsern und Schüsseln ist eine Wand mit einem großen Kalender und dem Bild des Papstes, dane-ben ein geblümter Vorhang. Rund um ein geöffnete Köfferchen liegen zahlreiche alte Fotos, das Hochzeitsfoto steht aufrecht an den Deckel gelehnt . Marzelina schlägt beim Erzählen die Hände vor den Mund.Marzelina posiert vor ihrem Haus im Garten mit drei stolzen Hühnern. Marzelina sitzt in ihrem Haus, zwie vom LVR-Team hören ihr konzentriert zu. Marzelina hebt den Finger und mahnt.

Dubovez

17.04.07 –  Dubovez, Marzelina M.

Nach dem üppigen Festschmaus werden wir in stockdunkler Nacht zu unserem Nachtquartier geleitet. Während die Männer zu Fuß gehen müssen, werden sechs Frauen und Gepäck in den Stolz von Marias Schwager, einen Lada älteren Semesters, verpackt. Die Fahrt über Stock und Stein nimmt kein Ende. Wie groß ist unser Erstaunen, als unsere Männer uns gemütlich rauchend am Ziel empfangen! Die Sache klärt sich am Morgen, als wir ebenfalls die Abkürzung zu Fuß über den See nehmen dürfen. Nach dem reichlichen Horilka-Genuß (das ist: ukrainischer Wodka) hatte man uns nachts die schmalen Stege durch Schilf und Sumpf nicht gehen lassen wollen. Nun also zurück nach Kiew. Dort erwarten uns noch einige Termine und am nächsten Tag dann werden wir unser erstes Standquartier in Kiew verlassen und uns auf große Tour durch die Ukraine begeben, nach Osten und nach Süden. In etwas angeschlagenem Zustand überprüfen wir die Planung: Moment! Fast hätten wir es übersehen: Da ist ja noch ein Interview zu führen. Marzelina M. – von der hatten wir keine Antwort bekommen. Wo liegt denn eigentlich Dubovez? Endlich: Dubovez. Aber wo wohnt Marzelina M.? Wohnt sie überhaupt noch hier? Von ihr hatten wir keinerlei Reaktion auf unsere Ankündigung erhalten. Auf unsere Frage an eine Frau auf der Straße, die das Dorf durchzieht: »Wissen Sie, ob hier eine Frau Marzelina M. wohnt?« antwortet die mit einer Handbewegung auf die andere Straßenseite. »Ja«, sagt sie, »da drüben ist ihr Haus«. Wir klopfen und warten atemlos. Etwas ist zu hören, dann öffnet sich die Tür und eine zierliche Frau mit etwas strengem Blick in sehr wachen Augen mustert uns. Als wir uns vorstellen, sagt sie: »Eigentlich habe ich Sie gestern erwartet!« Das Eis ist gebrochen. Die Tür geht weit auf, durch den Vorraum werden wir in die Küche gebeten. Noch während wir unsere Technik aufbauen, kommt eine Nachbarin herbeigeeilt und bringt etwas zu trinken und zu essen. Marzelina holt ein Köfferchen vom Regal an der Wand. Darin bewahrt sie ihre Fotos auf und alte Postkarten. Wir gruppieren uns um sie herum. Sie ist bereit zum Gespräch.