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Ukrainisches Dorfhaus.Gräber in vollem Kunstblumenschmuck.Der Friedhof ist übersät mit Plastikblumen.Oleksandra L. mit Tochter und Enkel vor ihrem Haus.Ein verschmitztes Bubengesicht lacht in die Kamera.Ein bißchen gesetzter, aber auch mit Schalk im Nacken, schaut uns die Großmutter entgegen.Samowar, Lackgeschirr und eine Vase mit Kunstblumen schmücken das Wohnzimmer.Nachdenklich ist der Kopf von der Hand gestützt, Oleksandra ist weit weg mit ihren Gedanken als Irina sie interviewt.

Bila Zerkva

15.04.07 –  Bila Zerkva, Oleksandra L.

Irina steuert uns sicher über verstopfte Kreuzungen, aber auch aus der Stadt heraus will der Verkehr nicht abnehmen. Da fällt ihr ein, dass in der Ukraine am Wochenende nach Ostern »Allerseelen« gefeiert wird – die Hauptstadt ist unterwegs zu den Friedhöfen. Für die 80 km nach Bila Zerkva brauchen wir mehrere Stunden. Irina findet sofort die breite Chaussee, nach der wir suchen, aber nicht die Hausnummer. Mehrere Telefonate führen uns schließlich an ein Häuschen, vor dem eine nicht mehr ganz junge Frau mit müdem Gesicht und in Sonntagskleidern steht. Die Tochter von Oleksandra L., unserer ersten Interviewpartnerin, geleitet uns in einen kleinen Innenhof. Wir werden hinein gebeten. Durch eine kleine Küche, vorbei an einem winzigen Schlafzimmer, geht es in ein Wohn-/Esszimmer, wo Oleksandra L. auf uns wartet. Das Gespräch mit ihr entwickelt sich so schnell, dass wir entscheiden, die ganze Technik umgehend aufzubauen. Notiz im Tagebuch: »Das Interview fängt, audiotechnisch betrachtet, etwas holprig an, aber wir werden etwas draus machen.«